Manche Drehs laufen wie am Schnürchen. Und dann gibt es die, die mit einer Yacht-Buchung beginnen und am leeren Gepäckband enden. Für unseren Kunden Nockit sollte es der perfekte Imageclip werden: vier Influencer, zwei Tage Sonne, eine motivierte Crew. Der Plan stand. Doch die Insel hatte eigene Pläne.

Kapitel 1: Der frühe Vogel fliegt, das Equipment nicht

Landung um 7:30 Uhr in Palma. Während unser Assistent die Mietwagen klärte, warteten wir am Gepäckband auf das Herzstück der Produktion: das gesamte Equipment, aufgegeben als Gepäck. Wir warteten, bis das Band stoppte und Stille einsetzte. Der Zeitplan war minutiös getaktet, die Yacht gebucht, und wir standen ohne Technik da.

Nockit-Fläschchen auf Felsen am Meer

Kapitel 2: Defekt in Nürnberg, Funkstille auf Mallorca

Der Anruf in der Heimat brachte die Ernüchterung: Ein kaputtes Gepäckband am Nürnberger Flughafen hatte unsere Koffer verschluckt. Den Rest des Tages suchten wir einen Technikverleih. Einziger Lichtblick: Der Fotograf hatte die Kamera im Handgepäck. Das Ladegerät lag allerdings im vermissten Koffer. Wir arbeiteten also gegen die Akkuanzeige, um wenigstens einige Produktfotos zu retten.

Kapitel 3: Die 18-Uhr-Hoffnung

Endlich die Nachricht: Gepäck gefunden! Wir entschieden uns gegen den riskanten Umweg über Frankfurt und für den Direktflug am nächsten Morgen. Die Bedingung: Ich nehme das Equipment persönlich am Flughafen in Empfang.

Kapitel 4: Totentanz am Flughafen

Nächster Morgen, 7:30 Uhr. Der Flughafen war verwaist. Als ich endlich jemanden erreichte, kam die nächste Hiobsbotschaft: Das Equipment sei bereits auf dem Weg ins Hotel. Eine Nummer vom Fahrer? Fehlanzeige. Also zurück ins Hotel und wieder warten.

Kapitel 5: Die Yacht wartet, wir vertrösten

Um 10 Uhr hätten wir ablegen sollen. Um 11 Uhr war immer noch nichts da. Um 11:30 Uhr kam der erlösende Anruf: Das Equipment war im falschen Hotel abgegeben worden, zum Glück direkt nebenan. Dort lag es seit Stunden.

Kameramann filmt vom Boot aus

Finale: Nerven aus Drahtseil

Ab da hieß es Vollgas. Was für zwei Tage geplant war, pressten wir in einen halben Tag Hochdruck-Produktion. Das Ergebnis war fantastisch, der Kunde glücklich. Und ich bin um ein paar graue Haare reicher. Zum Glück sieht man sie (noch) nicht.

Was wir daraus mitnehmen: Kritisches Equipment fliegt ab jetzt im Handgepäck, Ladegeräte inklusive. Und ein Team, das improvisieren kann, ist mehr wert als jeder perfekte Plan.

Du planst einen Dreh? Unser Studio und Videoteam produzieren Imagefilme, Social-Clips und Fotos, in Nürnberg und unterwegs.